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Erstes SVC-Beachcamp: Lernen von und mit den Profis

Ihm ist es eindeutig zu ruhig auf dem Feld. Andy Lorenz unterbricht, holt die Spielerinnen zu sich und fordert mehr Emotionen: „Redet miteinander, Mädels. Pusht euch. Zeigt mal ein bisschenStimmung.“ Diese können für ein Spiel mitentscheidend sein. Die Mädchen schauen sich an, gehen zurück aufs Feld. Sie versuchen die Anregungen umzusetzen. Es wird. Langsam. Es ist kein Spiel,nur Training. Bei der Beachcamp-Premiere des SVC Nordhausen leiteten Andy Lorenz und RobertWerner vom Volleyball-Zweitligisten Blue Volleys Gotha an einem Camptag das Training.Auf den drei Beachfelder am Bielener Kiesgewässer tummeln sich an jenem Nachmittag 20Nachwuchs-Volleyballer des SVC. Überall wird konzentriert gearbeitet. Natürlich mit reichlichSpaß dabei. Gleichwohl wollen die Trainer auch Leistung sehen. Sie schauen ganz genau hin,unterbrechen die Übungen wenn nötig und geben Hinweise. Wie Andy Lorenz, der die Mädchen andiesem Tag betreut. Die Aufgaben haben es teils in sich: Zwei Spielerinnen, drei Ballkontakte aufdem einen Feld. Dann wird der Ball über das Netz gespielt. Ebenso wie auf der anderen Seite.Sehen will Andy Lorenz 20 Überquerungen. Es will nicht klappen, er reduziert auf 15. „Helft euchuntereinander. Kommt, ihr könnt das“, spornt er die Mädels an. Fällt der Ball in den Sand starteteine neue Runde. Und das Zählen beginnt wieder von vorn. Die Szenen beobachten Detlef Steding und Karl-Heinz Steglich mit Argusaugen. Sie stehen anjenem Tag mal nicht in der Verantwortung. „Wir sind sehr dankbar und haben uns riesig gefreut,dass die zwei Regionaltrainer vom Thüringer Volleyball-Verband bei uns waren. Sie sind engagiertim Verband und gleichzeitig beim VC Gotha angestellt. Unsere Jungs und Mädchen lernen andereTrainingsmethoden und Trainer kennen. Wir können ebenfalls von ihnen lernen. Die Zwei sindaktuell näher an den technischen Entwicklungen dran wie wir. Es gibt Tendenzen, die für uns alsTrainer neu sind und wir lernen ein bisschen dazu“, berichtet Karl-Heinz Steglich. Gearbeitet wirdin dem einwöchigen Beachcamp vorrangig an den Basistechniken, die es zu verbessern und zustabilisieren gilt. In der Hauptverantwortung des einwöchigen Beachcamps steht Detlef Steding. Sonntag ging es los.Erstmal ganz entspannt mit Zelt aufbauen. Unweit der Beachanlagen steht ein leuchtend gelbesZelt. Es ist vorwiegend Treffpunkt, wenn der Magen nach den Trainingseinheiten knurrt. „Um dasCatering kümmern wir uns allein“, sagt Detlef Steding, der jeden Morgen frische Brötchen holt.Abends wird hauptsächlich gegrillt. „Da nehmen wir uns mal raus. Jeden Abend kommen Elternund helfen. Zum Grillgut bringen sie ergänzend Salate mit. Das klappt wirklich prima“, zeigt er sichDetlef Steding begeistert. Das Beachcamp sieht er für die Jungen und Mädchen zugleich als Anerkennung für dieLeistungsbereitschaft. „Wenn wir fünf Mal Training in der Woche anbieten könnten, dieJugendlichen würden können. So sind es vier Einheiten, jeweils zwei getrennt und zwei als Mixed.Das Engagement ist wirklich groß. Fast außergewöhnlich wie interessiert und engagiert die Jungsund Mädchen sind.“ Es ist wirklich eine starke Gruppe, die über Jahre gereift ist und bis zuletzt vonSascha Metelski mittrainiert wurde. „Er hat uns leider arbeitsmäßig verlassen müssen. Er ist jetzt inWeimar. Seit 2013 war er wieder in Nordhausen uns hat uns seitdem unterstützt. Mit ihm bricht unseine wichtige Stütze in der Nachwuchsarbeit weg. Wir suchen händeringend Übungs-,Mannschaftsleiter und Helfer für die neue Saison“, verdeutlicht Karl-Heinz Steglich die Situation.Trainiert wird seit Anfang Juni mit allen Mannschaften des SVC am Bielener Kiesgewässer. DieBedingungen sind einfach ideal. „Wir haben hier keine Probleme mit den Auflagen und sind nochnicht wieder in der Halle gewesen. Für uns es ein gutes Ausgleichstraining und eine hervorragendeErgänzung zur Hallen-Vorbereitung“, merkt Karl-Heinz Steglich an. Das Ausweich-Quartier bietetreichlich Platz. Auch für andere Aktivitäten abseits des Volleyballs. „Einige sitzen abendszusammen und spielen Karten, andere spielen Federball oder Tischtennis“, berichten diehauptverantwortlichen Trainer. Abseits der Zelte standen schon die Räder für eine 50-Kilometer-Tour rund um den Kelbraer Stausee parat. Für reichlich Abwechslung ist gesorgt. Aber ohneVolleyball geht es dann doch nicht.Selbst nach zwei intensiven Einheiten mit den Profis Robert Werner und Andy Lorenz haben dieNachwuchs-Volleyballer noch nicht genug. Sie verteilten sich auf die drei Beachplätze amNordhäuser Kiesteich und schmettern die Bälle übers Netz. Und jetzt herrscht plötzlich Stimmungauf dem Feld, Andy Lorenz hätte es sicherlich gefreut. Mit Robert Werner ist er da schon wieder aufdem Weg nach Gotha. Ihr eigenes Training wartet.

Bericht Beachcamp Kiesschacht // Autorin: Sandra Arm

Artikel vom 26. August 2021